Alles auf Anfang…

…ist härter als jeder Schwanz! 😉

Ein Neustart kann ungeahnte Kräfte frei setzen und den Geschmack von Freiheit und Abenteuerlust entfalten, gleichzeitig aber auch Ängste schüren, ob die neue Herausforderung nicht doch einen Tacken zu viel sein wird. – Bei Beziehungen, bei neuen Aufgaben im Job…

…oder eben, mit einer neuen, vierpfötigen Begleitung. – So gut mir RoMeo nach dem Tod meiner Miss Liebreiz auch tut, so fordernd und kräftezehrend ist die Aufgabe, als EIN Team zusammen zu wachsen. Ich, nein, WIR starten bei null!

Wir trafen uns an einer Weg-Gabelung. Kennen uns nicht von Geburt an. Und ja, obwohl ich weiss, dass jedes Lebewesen auf diesem Planeten ein Individuum ist und ich NICHT vergleichen darf, tue ich ES doch unweigerlich. Und schäme mich. RoMeo gegenüber. DAS ist wohl der zu zahlende Preis für`s Nichtalleinsein. Für den Neustart.

Manche mögen das Vergleichen nicht verstehen, andere dagegen umso mehr. Für diese Freunde und ihre Erfahrungsberichte bin ich wahnsinnig dankbar. Und ja, ich mache weiter. Mit dem Leben und dem Zusammenwachsen. <3

Warum ich all das schreibe?

Mit jedem Atemzug wird das Leben und die eigene Sichtweise auf Menschen und den Sinn des Lebens neu geschrieben.

Jeder kennt es: Von einer auf die andere Sekunde kann dir das Glück ganz gehässig ein Bein stellen und mit einer hässlichen Fratze auf dich herab grinsen. Und doch wirst du es wieder mit offenen Armen empfangen, wenn es dich zuckersüß und kindgleich anlächelt. Du hoffst tatsächlich, alles wird ab sofort besser. Und doch weisst du aus Erfahrung, der nächste Sturz bahnt sich schon an!

Je länger ich also über den Sinn des Lebens und den Tod sinniere, desto öfter betrachtest du gestellte Fragen NEU. Und kam zu dem (vorläufigen) Schluss:

Nicht DIE, die aufgeben, sind feige, sondern DIE, die festhalten.

Klingt dumm? Absurd? Unlogisch? Beängstigend?

Nein. Macht euch bitte keine Sorgen um mich. Von Zeit zu Zeit plagen auch mich eben trübe Gedanken und wirre Theorien zum bestmöglichen Leben des Lebens. Heute also denke ich, wer sich vom Leben verabschiedet und DIESE Entscheidung trifft, DER ist der wahrlich Stärkere! … Morgen kann`s schon wieder anders in mir ticken.

In unserer Straße hat sich vor wenigen Tagen ein junger Mann das Leben genommen. Und ich dachte nur, WIE konnte er… – Nichts kann SO aussichtslos sein, dass das Leben nicht doch irgendwie weiter geht. Oder?

Dann wiederum erinnere ICH mich an die schlimmste Stunde MEINES Lebens. Die, die mein Herz brach. Und die, die mich nie wieder die alte sein lässt. Der Tod meiner Miss Liebreiz! Er traf mich wie ein Henkers-Beil. Aber eines, das den Körper von Kopf bis Fuß spaltet. Unendlicher Schmerz. Selbstmordgedanken. Heilung? Unmöglich! ;-(

…ja, auch ich lache wieder und denke – mit dem ganz eigenen Kribbeln von Lebensfreude – an noch sommerlichen Tagen, was für ein traumhaftes Wetter, was für wundervolle Luft. Oder nach klasse Ordern, was für ein geiler Erfolg! – Doch TIEF in mir brennt der Schmerz. Nicht ein einziger Tag und eine einzige Stunde vergehen, in denen ich nicht an meine Baia denke. Und heute um die Mittagszeit vor genau 6 Wochen und mit nur drei Jahren blieb ihr Herz einfach stehen. Und die Hälfte meines nahm sie mit:

http://baerlinerin.com/r-i-p-meine-allerliebste-miss-liebreiz/

SIE darf es behalten. Für immer und ewig. Mein Liebstes, mein Goldstück, mein Seelenhund. <3

Die Frage bleibt: Wäre ICH nicht stärker gewesen, ihr, meinem Liebsten im Leben, zu folgen? Statt dessen hatte ich Angst. War zu feige. Aber was versprach ich mir vom Leben OHNE sie? Ich wusste doch, dass es nie wieder wie früher sein würde. Warum quälen? Angst, was zu verpassen? Aber was???

Ja, da KANN noch jede Menge Freude kommen. ABER in meinem Leben gab es nichts – weder in der Kindheit, noch in der Schulzeit, nicht mal die erste Liebe – die ich mir so sehr zurück wünschte, wie meinen ersten Hund. Meine Baia. Wenn ich einen Wunsch frei hätte…

Ist es nicht wie mit Freundschafts-„Leichen“? Man hat schon Monate oder Jahre kein Wort mehr gewechselt, tut sich vielleicht nicht mal mehr gut, wenn man`s täte, und doch wagt man es nicht, die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zu löschen. Sie verwesen in deinem Leben und überschatten mit ihrem Gestank von Zeit zu Zeit eben jenes, weil man sich nicht mehr geschätzt oder gebraucht fühlt. Man hadert. Aber WARUM? Könnte sie ja noch mal aufwärmen oder gebrauchen, die ehemalige Freundschaft. Zu einem späteren Zeitpunkt. Aber WANN? Also wozu hängt man Hoffnungen hinterher, die jeder Grundlage entbehren? Weil man feige ist! Zu feige, Entscheidungen zu treffen. Zu feige, loszulassen, was dich lähmt.

Es gibt für alles eine Zeit. Vorbei ist vorbei.

Dann lieber STARK sein und einen Schlussstrich ziehen, oder? Ist DAS nicht die wahre Stärke?

Bin ich nicht die Schwache???

*** Dieses Foto entstand, wie so viele meiner Artikel-Bilder, in Berlin Friedrichshain. Ich hab`s heute mal unterschrieben mit: „Ich denke, alles im Leben hat seinen Preis. Nicht nur die Einsamkeit, sondern auch die Geselligkeit.“ ***

 

 

2 Gedanken zu „Alles auf Anfang…

  1. Alles ist Ansichtssache.

    Ich wuerde nicht behaupten, dass nur die die festhalten die Schwachen seien, genauso wenig wuerde ich die Gegenseite als solche hinstellen. Natuerlich bringen einen solche Liberalen Gedanken nicht gerade weiter nur in deiner jetzigen Situation ist deine Rangehensweise bestimmt die beste.

    Trauer kann sich immer und aus allen moeglichen dich umgebenden Situationen heraus entwickeln. Wie lange sie dich jedoch in ihren Klauen gefangen haelt, entscheidest du ganz allein. Egal wie lang du auch brauchen wirst, du wirst es schaffen.

    Waeren manche Paeckchen die wir zu schleppen haben doch nur nicht so verdammt unhandlich und schwer…

    alles liebe und weiter so
    marty

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