Anstatt eines unwichtigen…

…Outfits von mir für euch…

…wünsche ich mir heute etwas wirklich Wichtiges von euch: Eure ZEIT.

Zeit für ein Thema, dass mir persönlich SEHR am Herzen liegt.

Bitte seid so gut und beschäftigt euch (noch einmal) mit dem Thema Organ-Spende.

Für mich steht fest, dass ich helfen will, wenn ich nicht mehr kann, weil ich nicht mehr „bin“. – Kein Verwandter oder mir Nahestehender muss diese Entscheidung für MICH im Falle meines Ablebens treffen. Mir dürfen alle, aber auch alle brauchbaren Organe entnommen werden und genau aus diesem Grund trage ich stets einen Spender-Pass bei mir.

Ich wäre verdammt glücklich über jeden Einzelnen von euch, der diesen Weg mit mir geht und sich ebenfalls dazu entschliesst.

Mal ehrlich, Leute: Wovor habt ihr Angst?

Vor der Organ-Mafia? Im Ernst??? Oder davor, auf dem OP-Tisch aufzuwachen und euch fehlt das, ja, was eigentlich? Ihr seid doch tot. Schon vergessen? War ein Scheiss-Tag für euch, aber helfen könnt ihr erstaunlicherweise immer noch. Also nochmal: Wozu braucht ihr beim zu Staub werden eure verfickten Organe? Organe, die wiederum verzweifelt Wartenden zu mehr Lebensqualität verhelfen könnten???

Niemand weiss, was nach dem Tod kommt. Zurück gekommen ist noch keiner.

Also bitte schiebt das Thema nicht Tag für Tag auf die unweigerlich immer kürzer werdende (Lebenszeit)Bank vor euch her. Wir wissen doch alle aus unserem Umfeld, wie schnell auch du und ich vom Tod überrascht werden können.

Schon Wahnsinn, dass sogar dieses Thema Menschen zu entzweien vermag. Nein, ich korrigiere mich: Es entblösst lediglich die wahren Gesichter. Und mich widern jene Hohlköpfe an, die meinen Standpunkt nicht akzeptieren können und die sich mit Grusel-Geschichten über Organ-Entnahmen, welche in meinen Augen noch nicht einmal die „Goldene Himbeere“ verdient hätten, aus meinem Umfeld verabschieden. Vielen Dank, dass ihr raus seid. Euch einen leidvollen Abgang.

Den 10.02.2016 markiere ICH mir auf jeden Fall ab sofort fett im Kalender.

– Denn gestern entschied wieder ein mir unbekannter und nicht mehr unter uns weilender, weiser (!) Mensch, seine Lunge ausserhalb seiner Hülle weiter leben zu lassen. Auch wenn dieses Organ letztlich nicht transplantiert werden konnte, so weiss ich doch, dass der nächste Anruf für einen mir sehr nahestehenden Menschen die unmittelbare Verlängerung seiner Lebenszeit bedeuten könnte.

Und plötzlich gibt es da doch Dinge, an die ich Atheist glaube…

Ich möchte nie selbst drauf warten müssen... aber helfen können, wenn ich kann. Organspende-Ausweis.

Lieber A., bitte halte durch!!!

2 Gedanken zu „Anstatt eines unwichtigen…

  1. Abgesehen von den Kindern, führen wir alle in der Familie einen Organspende-Ausweis mit uns. Was sollen wir auch mit all den Organen, wenn wir sowieso schon tot sind?

    Moralisch erheben möchte ich mich da nicht. Das soll natürlich immer noch jedem selber überlassen bleiben. Aber ich glaube, es würden sich viel mehr Leute dazu entscheiden, wenn mehr Informationen und Aufklärung darüber vorhanden wäre.

    Das ist wie mit Kondomen und Zahnpflege: Wenn es nicht mehr ins Bewusstsein der Leute gerufen wird, dann lässt die Sorge darum allmählich nach.

    Noch dazu bin ich davon überzeugt, dass der Tod an sich ein absolutes Tabu-Thema in unserer Gesellschaft ist. Damit möchten sich die meisten Menschen wohl nicht so gerne auseinandersetzen. Dabei wird es uns alle mal erwischen. – Mit oder ohne Organspende-Ausweis!

    Wäre dieser Gedanke, in einer bestimmten Form – oder zumindest ein Teil von uns – weiterzuleben, nicht doch irgendwie schön? Vor allem, weil man so gleichzeitig ein anderes Leben weiterhin ermöglicht?

    Liebe Grüße, Aada ♥

    • Da sagst du was, Aada. Ganz lieben Dank! :-* – Uns sollte tatsächlich von Kindesbeinen an beigebracht werden, dass der Tod so selbstverständlich Bestandteil unseres Lebens ist wie die Geburt. „Junge Helden“ hat sich schon des Themas Organ-Spende angenommen, aber müsste noch viel intensiver an Schulen und Familien gehen. Mehr Reportagen, mehr Aufklärung und es wäre ein Leichtes, noch mehr pro Spende zu sensibilisieren und gleichsam mehr Menschen ein besseres Leben zu schenken. Dann würde hoffentlich auch den Gegnern der Wind aus den Segeln genommen werden. – Ich sollte auch anderslautende Entscheidungen und Meinungen gelten lassen, aber da bin ich einfach zu radikal. Wieviele warten allein auf Plasmaspenden?! Selbst das begreifen die Wenigsten. Ich stell‘ mir immer vor, wie verzweifelt ich wohl wäre, wenn ich eines Tages auf fremde Hilfe angewiesen wäre. Ich würde kämpfen, um zu leben, dann ohnmächtig vor Wut ob der Ignoranz und schließlich wohl müde aufgeben. Woran festhalten? Ein Leben, in dem jeder nur an sich denkt? Und alles erst wichtig wird, wenn’s das eigene Kind betrifft? Grrr. :-/

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