Garstig und verbittert…

– Innerlich existiert (m)ein zweites ICH.

* * *

Ich leide keine gesundheitlichen Einschränkungen, genoss eine sehr gute Ausbildung, bekleide einen ordentlichen Job, habe in RoMeo mein neues Zuhause gefunden, reise gern und oft, habe auch als Single-Lady ab und an Sex und mich umgeben in meiner Mini-Wohnung Designer-Taschen, Schuhe und Garderobe, deren Anblick allein schon mein Herz hüpfen lässt.

Was will frau mehr?

Dennoch: Trotz positiver Grundstimmung gibt es immer wieder Tage, an denen bin ich einfach nur schrecklich (und) müde.

Als Kind wünschte ich mir ein Leben, das niemals endet. Als Kind…

Nach einem halben Leben bin ich überzeugt, ein erfülltes Leben ist keinesfalls das OHNE Ende!

Alles wirkt zerbrechlich.

Vergänglich wie das AbendRot.

Und das erscheint mir neben der Bedeutung der Liebe als zweitwichtigste Erkenntnis. – Und an eben jenen müden Tagen auch als simple Wohltat!

Denn mit zwei Dingen komme ich nach wie vor nicht klar: Dem verfrühten Ableben irdischen Lebens und dem Tod der Tugend!

Ich arrangiere mich, so gut es geht. Und ich suche Erklärungen, die das Leben begreifbar und das Weiterleben erträglich gestalten. Doch die „Un“s dieser Menschheit – mögen sie auch variieren – herrschen und verleiden das Leben so un-nötig. Wohin ich mich auch wende, was immer meine Augen auch erblicken, meine Ohren vernehmen, mein Herz spürt: Ungerechtigkeit und Unaufrichtigkeit scheinen den Mensch zu beherrschen. Der Weg, abgeschnitten für Tugenden, wie Liebe, Mitgefühl, Besonnenheit und Mut.

🙁

Die Ignoranz erscheint als das perfekte, legale und rezeptfrei erhältliche Betäubungsmittel der Stunde. Und stünde sie mir gut zu Gesicht, das Leben wäre wahrhaft leichter. Gemäß dem Motto: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“.

Im Grunde ist es doch so sein: Einer steht früh auf, hatte einen beschi**enen Start in den Tag und „rumms“, startet die Kettenreaktion. Dieser Eine fühlt sich missverstanden oder klein und gibt`s an jeden seiner Kontakte weiter (oder zerbricht daran)…

…und einer seiner über-den-Weg-Stolperer bin ich. Auch angefressen tadele ich den Rest des Tages mit innerlich erhobenem Zeigefinger durch die Gegend. Taugt nur kurz als Ventil, erzeugt aber überdies auch noch langanhaltenden Selbsthass. Denn ich spüre von Sekunde eins an, dass mir „diese verdammte“ buddhistische Gelassenheit fehlt, anstatt des dicken Zeigefingers doch einfach cool den längeren Mittelfinger zu aktivieren.

🙁

An jenen Tagen habe ich Angst. Angst um mich selbst.

Um meine Psyche UND meine Physis.

Und auch Angst, ein Misanthrop zu werden.

Getreu Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph (1788 – 1860):

„Seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere.“

😮

Denn ich führe Selbstgespräche. Auch in der Öffentlichkeit. Sogar hörbar murmelnd. Mal frage ich laut, mal antworte ich genervt einer stumm gestellten Frage.

Und es bleibt leider nicht beim innerlich erhobenen Zeigefinger. Ich pöbele tatsächlich auch „Mitbürger“ an. Einige von ihnen sind hilflos berührt, andere motzen erstaunlicherweise noch dümmlicher zurück.

Ich denke, das Frotzeln kann ich auch getrost als so ein Berliner Ding abtun. Hier motzt du, auch wenn du glücklich bist. Vielleicht, um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Denn bodenständig, ehrlich und gerade heraus, das sind wir hier. Wir Ur-Berliner.

Nur eines Tages werde ich mir wohl noch eine einfangen mit meiner Frechheit!

Aber muss ich mir aus Angst vor den „Un“s wirklich alles gefallen lassen???

Mein Problem: Ich fühle mich tatsächlich von zu vielem angegriffen, auf das ich – frei Schnauze gesagt – schei**en sollte.

Beispiele gefällig?

Um bei der Fäkalsprache zu bleiben: Zum Beispiel von Hundehaltern, die bewusst provokant die Erfindung von Kotbeuteln ignorieren. Von Kundenservice, der keiner ist. Von Dummheit, die u.a. unsere schöne Sprache ausrottet. Von Grausamkeit, durch die Menschen und Tiere misshandelt und getötet werden. Von Idioten, die aus Spass Bier-Pullen auf dem Asphalt zerdeppern. Von Mitreisenden, die ihr Leben lautstark mobil in den Öffentlichen zu debattieren haben. Von fehlenden Manieren und mangelnder Hilfeleistung, wenn einer eingeschränkt ist, stürzt oder schwer zu schleppen hat. Von unangemessenem Tonfall gegenüber Kollegen. Von der Borniertheit einiger Vorgesetzter. Von der Ellenbogen-Gesellschaft!

Oh, nein. Auch ich habe Macken und mache Fehler. Doch ich versuche mich in deren Vermeidung. – Nur die Aufklärung, die kann ich einfach nicht unterlassen.

😉

Ich habe mir heute ein Shirt bestellt, dass FÜR MICH alles in einem Satz – ernst und augenzwinkernd zugleich – zusammenfasst:

„Be kind to animals or I`ll kill you.“

Für mich bedeutet dies nicht nur ein Statement für Respekt vor Tieren, sondern grundsätzlich Respekt vor ALLEM friedfertigen und beschützenswerten Leben.

Ergo:

Sei höflich zu Jedem, sonst kenne ich wirklich gar KEINE Grenzen!!!

Und wer auch immer auf soziale Netzwerke und deren Oberflächlichkeit schimpfen mag: Ich bleibe positiv gestimmt, dass nicht nur durch TV-Aufklärung, sondern vermehrt auch durch soziale Netzwerke so einiges getan werden kann, um z.B. Dummheit in Wissen zu ändern, in grosser Gemeinschaft Straftaten und ethische Vergehen aufzuklären und auch Gerechtigkeit für die zu erreichen, die sich nicht (mehr) wehren können.

Hey. Ich habe noch ein halbes Leben vor mir, also lasst mich einfach auch mal positiv denken!!!

😉

Die Grenze verläuft nicht zwischen oben und unten, sondern zwischen dir und mir!

…mal wieder ein Foto aus`m Kiez, diesmal aus Kreuzberg. Fotografiert im letzten Jahr.

4 Gedanken zu „Garstig und verbittert…

    • … wieso „heute“??? :-p 😉 – Ach, Anne. Ich danke dir fuer die aufmunternden Worte. Bin sonst auch ein Meister darin. Aber ab und an gewinnen die trueben Gedanken die Oberhand und man ist nur noch am fluchen. Muss aber doch auch mal sein dürfen, sonst wird man doch komplett verrückt durch’s alles in sich Reinfressen. 😉 Muss halt mal Zeit haben, Gelassenheit zu lernen. Oder mir nehmen. Schaun wir mal…

  1. “Sei unzufrieden, aber nie unlustig.” (Lebensmotto Hellmuth Karasek)
    Na, woher ist das? ;o)

    Also los komm‘! Kopf hoch, Rücken gerade, Blick frei geradeaus!
    Draußen ist feinstes Wetter! Für Trübsal steht uns noch genug dunkle
    Jahrezeit zur Verfügung und ja nehme Dir die Zeit, Gelassenheit zu lernen.
    Aber bei der Zeit scheitern wir auch schon, obwohl wir uns immer effizienter
    machen. Aber haben wir dadurch mehr Zeit? Egal! Weitermachen! Läuft! ;o))
    LG Sirko

    • …ja-aaaaaaaaaaaa. Ist ja schon gut, ihr Süssen!!!

      „Wenn du glaubst, einen Riesen zu sehen…“

      Hab ja gestern auch schon wieder gelacht. Berichtige, GEGRÖHLT! Wenn ich lache, dann nämlich lauthals. 🙂

      In diesem Sinne eine geruhsame Nacht und schöne Träume. :-*

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