Ich bin Jeans…

…und ja, das ist schon richtig geschrieben. Deutsche sind, ähm,  w a r e n  Papst. Ich bin eben Jeans! 😉

Ich liebe die Historie, das Material, seine Vielfalt, den Griff und all seine Geschichten, die es zu erzählen weiß. Ganz liebevoll bezeichne ich sie schon seit Jahren als “das blaue Gold”. <3

Seit dem Fall der Mauer, also seit fast 24 Jahren trage ich diese Form des Beinkleids und ich kann mich nur an ein Dutzend Tage erinnern, an denen andere “Zweibeinhüllen” meinen Hintern bekleiden durften. Ganz im Ernst!!!

Zunächst verliebte ich mich in die heroische, amerikanische Marke mit dem großen L. Ich kann mich noch genau an meine erste Levis erinnern. Aber wer nicht? 😉 Die 501 in hellem blau. Schön hoch – bis knapp unter`m Bauchnabel. Aber hey, das musste soooo! :-p Stolze DM 159,00 musste ich für diesen, meinen Traum hinblättern, habe Taschengeld und Selbstverdientes gespart wie ein Weltmeister. Und was passierte? Nach einem Jahr knallte sie mir unter`m Heck weg. Ein fetter Riss unterhalb der rechten Pobacke. Einmal quer rüber. Von rechts nach links. Zugegeben, nicht ganz jugendfrei freigelegt. War wohl noch im Wachstum, mein Körper! 😉 Zum Glück schrieben wir die frühen 90er und Jeans wurden vermehrt mehr tot als lebendig getragen. Je zerfetzter, desto cooler. Na bitte, waren wir wieder Trend – meine Jeans und ich. 🙂

Der Marke Levis blieb ich ziemlich lange treu. Ob in Rock-, Mantel- oder Westenform. Gefüttert oder nicht. Selbst Taschen und Caps. Ich hatte ALLES. Hauptsache denim!!! Eine Weste kaufte ich sogar bei einem meiner späteren Kunden. Damals gab`s noch die “IRREGULAR”-Ware, d.h. II. Wahl-Jeans mit kleinsten Mängeln. Für einen Knallerpreis musste ich armes Schülerlein im Gegenzug jedoch auf das Red Tab verzichten. Das war nämlich sehr uncool abgeschnitten. – Dass ich später mal bei diesem amerikanischen Denim-Ur-Gestein arbeiten würde, musste also Schicksal und glückliche Fügung zugleich sein…

Gleich im Anschluss verschlug es mich beruflich zur zweitältesten Jeansmarke. Den Amis und dem L im Namen blieb ich der Einfachheit halber mal treu. Ach, Quatsch! 😉 Aber der Lee bin ich bis heute treu. Fantastische Schnitte, eine super Qualität, modisch für mich up to date. Und das bei den Männern- und Frauenschnitten gleichermaßen. Keine Selbstverständlichkeit in der denim industry. Nur wie ich auch immer schon zu Kunden und Freunden – manche sind beides in Einem 🙂 – sagte: Für mich braucht eine Jeans keine fetten, schreienden Waschungen, keine monströsen pinken Nähte und keinen dritten und vierten Zipper an Stellen, die keinen Zipper brauchen! *augenroll* Auch die angesagtesten, teuersten Labels testete ich. Quälte mich rein und noch öfter raus. Grauenvoll, was sich manche Frauen antun, um eine Designer-Jeans auszuführen.

Ich dagegen liebe Passformgenauigkeit, mag ein dezentes Labelling, schätze feine Waschungen, sterbe für kleine Details und wie bereits erwähnt, liebe die Historie um das Produkt. Sie dürfen gern auch mal dry, destroyed, gebleached und von gelb bis grün in allen Lollipop-Farben des Sommers sein. Aber bis auf Latzhosen und Jeans im Boyfriend-Style bitte alle Ladies Jeans mit Elasthan! Hey, das hier sind weibliche Rundungen. Tsssssssssss. Die sind nicht geschaffen, um versteckt zu werden! 😉

„Wäre ich ein Mann, wäre alles, was ich trüge, 101.“ 😉  „101“, so nennt sich die Lee-Premium-Kollektion für Männer, u.a. aus kräftigem 13 3/4 oz. denim, gefertigt in Japan und mit Waschungen von dry bis hin zu den authentischst aussehendsten used looks… Und dann ist mir auch schnurzpiepegal, für wen`s geschnitten ist. Ich trage sie einfach als boyfriend-cut zu engen tanktops, betont weiblichen Sandalen und Schmuck, um dem ganzen wieder eine feminine Seite zu geben. Wahnsinnig aufregend waren auch die Designs von Vivienne Westwoods Anglomania Kollektion mit Lee. Die Banana Jeans, eine Unisex-Jeans mit wirklich tiiiiiefem Schritt, musste damals einfach meine werden. <3

Ihr merkt schon: Jeans machen mich glücklich. 🙂 Sie sind immer in Mode. Never out of style! Sie können – von Kopf bis Fuß – jeden Teil des Körpers zauberhaft einkleiden, Accessoires einen coolen Look verleihen und einfach jeden Tag neu kombiniert werden. Nicht nur als Beinkleid. Nein, auch als Mini-, Midi-, Maxi-Rock, Overall, Latzhose, Hotpants, Shorts, Capri, Jeans-Hemden, -westen, -jacken, -mäntel u.s.w. Mal genießen wir völlig entspannt ihr legere Form. Ein anderes Mal lassen sie uns erhobenen Hauptes die Straßen entlang stolzieren und geben uns das Gefühl, hip und stylish zu sein. Dann wiederum können sie sich selbst so zurücknehmen, dass sie als bürotaugliche Version fast gar nicht mehr als “Jeans = Freizeitlook” wahrgenommen werden. Und an manchen Tagen, ja an manchen Tagen darf`s sogar ein bissl mehr als nur sexy auch obenrum sein. Enge Jeanshemden, deren oberste, geöffnete Knöpfe den Blick auf ein wunderschönes Dekolleté freigeben… oder gleich in Corsagen-Form. Uuuhhh. Love that! <3

Die „Glamour“ für März 2013 präsentierte das blaue Wunder gleich auf einer Doppelseite ihres Fashion & Stylebooks. Die Neu-Interpretationen von Chanel und Miu Miu gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf.  T r a u m h a f t !

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Was ich noch an Jeans liebe? Sie pfeifen mit mir auf das Wetter. Sommers wie winters, Jeans gehen immer. Und im Gegensatz zu Männern sind sie so, so, so… easy. Keine besondere Pflege notwendig. 😉 Na gut, außer den üblichen Tipps:

* die 30 Grad-Wäsche reicht, weil keiner von uns damit in Ölwannen badet,

* immer auf links gewendet waschen, damit die Farbe erhalten bleibt,

* flüssiges Waschmittel lieben Jeans,

* niemals Weichspüler benutzen, weil dieser den Fasern die Elastitzität nimmt,

* kein Waschpulver verwenden,denn das bleicht und wirkt wie Sandpapier,

* falls der used look gewünscht ist, lasst sie umgedreht und nehmt Waschpulver-Kügelchen

* oder tragt sie so lange, bis sich eure eigenen, eingebrachten Falten und Gebrauchsspuren an Po, Taschen und Knien abzeichnen,

* aber bitte, bitte packt sie niemals nie in den Trockner! Nie! Autsch.

Was sie noch so unverzichtbar easy macht? Kein Bügeln notwendig. – Was ist Bügeln??? Richtig, ihr versteht mich!!! 🙂

Genug gelobt. Muss mich jetzt mal aus meiner Jeans pellen und noch ein schönes Foto für euch hochladen. Et voila. Nur mal einige meiner knapp 40 Beauties in allen Regenbogenfarben und mehr… <3

P.S. Unter „…in my CLOSET“ habe ich einige meiner ausgefallensten Lee`blinge in Outfits zusammengestellt. <3

8 Gedanken zu „Ich bin Jeans…

    • …du bist ja süß!!!!!! :-* Vielleicht, weil sich da draußen Millionen von Stylisten und nochmal so viele, mit Mode-Genen gesegnete Leutchen tummeln?!?! 😉

  1. Stimmt, Du bist Jeans!!! Um so weniger kann ich verstehen, dass Du jetzt beruflich nichts mehr mit Jeans zu tun hast. 🙁
    Ok, Du wolltest Dich verändern, aber wie Du schon so gut bemerkst hast – nicht jede Veränderung ist ein Gewinn. Liege ich da so halbwegs richtig???

    • …goldrichtig!!! Aber hey, du läufst ausser Konkurrenz, kennst mich am besten von allen. 😉 Ich vermisse die Textilbranche jeden Tag. Merkt man, oder? 🙁 War auch heute mittenmang eines üblichen 12-Stunden-Tags nochmal nett schnacken bei nem ehemaligen Kunden. <3 Aber mal schauen, was ich aus der neuen Branche an Wissen mitnehmen kann und wenn dann doch einmal das passende Angebot dabei ist... 😉

  2. hey,

    wäre die jeans ein mann so würde ich nun denken, du hast sie gefunden, die grooooosse liebe!

    ich teile deine meinung zu 100% auch wenn ich für das andere L arbeite.
    jeans go never out of style.
    by the way: das blaue wunder wird dieses jahr ! 140 ! jahre alt.
    happy birthday 501®

    • …na dann muss hier an dieser Stelle mal gratuliert werden. Die passendsten Jeans wurden schon von Levi’s und Lee für mich genäht, der perfekte Mann aber noch nicht gebacken… 😉 Auf die nächsten 140 Jahre, liebstes blaues Gold!!! :-* P.S. LG an die kleine Raupe!!! 🙂

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