Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort…

… von Rainer Maria Rilke ist eines meiner liebsten Gedichte. <3

Und weil`s immer mal wieder zu meiner Gedankenachterbahn passt, teile ich`s sehr gern mit euch.

P.S. Gewidmet meiner Stiefmom, die Tränen in den Augen hatte, als ich es ihr eines Tages zu Hause vortrug. 🙂

 

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Rainer Maria Rilke

3 Gedanken zu „Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort…

    • …wir sind alle zu verschieden, um mit Worten für unser Gegenüber für ihn verständlich auszudrücken, was wir fühlen und wie wir was sehen. Mit meiner Mom kann ich allein über blau oder türkis als Farbe vor unseren Augen streiten, weil wir beide auf unserem Standpunkt beharren. Wenn ich über Liebe rede, macht s dem einen offensichtlich Angst, weil er die Liebe, wie er sie interpretiert und kennen gelernt hat, dahinter vermutet, ich das Wort und seine Inhalte für mich ganz anders fühle und lebe. Weniger reden, um nicht zu zerreden. Die Dinge singen lassen, wenn die Melodie gefällt…

      • Nette Sicht um nicht zu sagen, die einzig richtige.
        Sind denn solche Dinge nicht immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Dem einen gefaellts und bei wieder anderen regt sich ueberhauptnichts. Waere ja auch schade, wenn alle auf der selben Linie schwimmen wuerden.

        somit nur nochmal, schoenes Gedicht ^^

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