Jeden Tag schmerzt es ein bissl weniger…

…, aber die Narben, die bleiben.

Doch hey, ich bin wieder aufgestanden! Und das ist doch, was zählt.

Ich kann wieder essen – genauer genommen den in die Tasche geschobenen Himbeer-Schoko-Kuchen meiner Stiefmom, hmhh – und ich lächel euch allen wieder mit unverschmierter – ach, was sag ich – akkurat aufgelegter Mascara aus strahlend blauen Augen zu! 🙂

Das einzig Positive scheint zu sein, dass ich immer schneller – nur leider nie gefasster! – den Schmerz abzuhandeln weiß. Nicht, weil ich weniger liebte. Himmel, nein! Sondern allein aus leidvoller Erfahrung heraus. Der Herzschmerz ist gefühlt nur marginal geringer als der aus Teenagertagen. Aber nach einem Vierteljahrhundert praktizierter Liebe denke ich einfach nicht mehr, dass dies der einzige Mann auf Erden für mich war…

Ok. Sobald ich keine Ablenkung habe, schmerzt es doch noch. Und ich wusste, dass ich noch am Abend in meinen eigenen vier Wänden in Selbstmitleid ersticken würde. Da half auch nicht der Ratschlag meiner Freundin, mich mal ordentlich zu besaufen. Ohnehin schon unter Ibu und Paracetamol gesetzt, ob der anhaltenden Kopfschmerzen durch`s Heulen, hätte eine Flasche Wein mich vollends zur Strecke gebracht. Aber dank meines Online-Datings im letzten Frühjahr traf ich auf eine Handvoll wunderbarer Menschen, die noch immer mein Leben bereichern. Dazu gehört auch D.

Und als der Schmerz am größten war, ließ er eine Verabredung für mich platzen und nahm sich die Zeit, mir beim laut Denken und Begreifen zu lauschen. Um mit mir die Richtung zu justieren, in die ich blicken sollte. Eine Therapiestunde mit einem ganz hervorragenden Zuhörer. Und einem mindestens ebenso guten Ratgeber, weil er mir aus eigener Erfahrung wahnsinnig gut vermitteln konnte, warum selbst Fern- oder Wochenendbeziehungen für sportlich aktive und 24/7-selbständig beschäftigte Männer keine passable Lösung darstellen. Der richtige Mann am richtigen Ort für mich. Und ja, plötzlich wurde alles glasklar und verständlich.

Dennoch lernte ich in dem Gespräch auch wieder etwas sehr wichtiges über mich:

ICH sehe eben NICHT die eng gesteckten Grenzen, blocke von vornherein ab und lasse Gefühle gar nicht erst an mich heran, sondern suche die noch nicht entdeckten Wege und Möglichkeiten, um MIT LIEBE das Unmögliche möglich zu machen.

Und ja, das ist gut so und macht mich verdammt stolz. Das bin eben ich! Ein heilloser Optimist und Visionär… 😉

Ironisch gesehen fühle ich mich als Single auf dem Weg nach Liebe mittlerweile wie Thomas Edison, der erst im 10.000sten Versuch die Glühbirne erfand und dennoch die Meinung vertrat:

“Ich bin nicht gescheitert. Ich habe nur 9.999 Wege gefunden, die nicht funktionieren!”

Oder wie mir mein Cousin einmal mit auf den Weg gab:

„Try. Fail. Try again. Fail better.“

And yes, buddy, it seems as I`d fail better every fucking time… 😉

Ich weiß nur nicht, ob ich darauf stolz sein kann…?

Aber woher weiß das besch*** Radio, wann es uns mit Schmonzetten die verdammten Tränendrüsen massieren muss? Warum ertönen in solchen Momenten nicht Missy Elliotts „She`s a bitch“ o.Ä., sondern leider ganz passend und in DER Reihenfolge auf einer nur 30 minütig andauernden Autotour:

* Reamonns „Tonight“ (…you killed me with your smile.. – ja, aber außer dem verführerischen Smile waren es ganz sicher noch andere Qualitäten 😉 ) und

* Sinead O`Connor mit „Nothing Compares 2 U“ (…it`s been seven hours and fifteen days since you took your love away… – na ja, es war frischer, nur wenige Stunden her. Ich komme also hoffentlich schon mal schneller als sie über ihn hinweg.) und

* Bruno Mars`“When I was your man“ (…I hope he buys you flowers, I hope he holds your hand, give you all his hours, when he has the chance.. – hatte ich auch schon gehofft, aber so weit sollte es nicht kommen. Also Bruno, leg den Kerl ruhig über`s Knie und erzähl ihm, wie bekloppt er ist. War`n Scherz. Alles gut.)

??? – Wäre ich vorgestern bei diesen Songs noch in einem Tränenmeer ausgebrochen und daran im Wagen ersoffen, gröhlte ich gestern lauthals im Auto mit. Der von Sinead ist immerhin ein Song, geschrieben und gesungen von Prince. Meinem Prince. 😉 Das wissen nur leider die wenigsten. Und Miss Liebreiz wusste meine Rückkehr in`s Leben leider auch nicht zu schätzen und zog sich neben mir auf dem Beifahrersitz die Decke über den Kopf. Tststs.

Auch frage ich mich: Wenn eine Katze sieben Leben hat, wie viele Herzen hat ein Mensch, die gebrochen werden können? Überlegungen, die daher rühren, weil`s mir einfach zu oft im vergangenen Jahr zustieß. Und dann, ja dann klammere ich mich an die Erfahrung Thomas Watsons (Gründer von IBM):

“Um erfolgreich zu werden, musst Du Deine Fehlerquote verdoppeln.”

Aber hallo!  L i e b e !  HIER bin ich. Wohl auf dem besten Wege zu dir!?!?! – Bei so vielen Fehlermeldungen habe ich folglich die größte Hoffnung, ziemlich bald auch mal positiv überrascht zu werden… 😉 

Weil bekanntlich jedoch jede Münze ihre zwei Seiten hat und ich versuche, zu reflektieren und zu forschen, warum ES scheiterte (nicht ich :-P), könnte ich auch an der Ehrlichkeit der Männer zweifeln und frei nach Gotthold Ephraim Lessing denken:

„Wer überlegt, sucht auch Gründe nicht zu dürfen.“

Aber durch die Blume wären es nur wieder Selbstzweifel. Weil ich dem Mann gedanklich erlaubte, Makel an mir feststellen und als Begründung für`s Scheitern anführen zu dürfen. Und hey: Das bin nicht ich! Also hinfort mit dem Gedanken. Ich glaube an mich und auch das gab mir wiederum ein sehr cooler Typ über fb als Ratschlag mit auf den Weg.

Ich danke euch allen von ganzem Herzen für den Zuspruch und die Kraft, nicht aufzugeben. Ich hoffe, ich kann mich eines Tages bei euch arrangieren, wenn die Gefühlsachterbahn auch euch mal wieder aus dem Wagen katapultieren will…

Dicken Kuss. :-*

 

2 Gedanken zu „Jeden Tag schmerzt es ein bissl weniger…

  1. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Ziele koennen manchmal eben nicht direkt erreicht werden sondern eher durch ein paar kleine Schlenker. Versuch dich vielleicht nicht so sehr auf die Liebe zu konzentrieren, das soll ja am Standpunkt nichts aendern sondern nur an der Rangehensweise.
    lg

    • Ui, ui, ui. Wie setze ich das nur um? Ich „liebe“ deine Gedanken. Doch du gibst mir Hausaufgaben, die mich schlichtweg überfordern… 😉 Ich laufe ja nicht durch die Stadt mit `nem Schild vor der Brust: Liebe gesucht. Und Sex ist bei mir immer mit Schwärmerei oder Liebe für den Mann verbunden. „Liebe“ nicht zuzulassen, klappt leider nicht. Ich nehme es mir wirklich, wirklich, wirklich ganz fest vor. Aber rumms, trifft sie mich mit einem Fausthieb. Und ob`s jetzt widdertypisch ist oder whatever, ich trage leider mein Herz auf der Zunge. Direkt und immer raus, wenn`s geknallt hat. Hab`s erst einmal nicht gemacht. Macht aber gerade auch nicht glücklich, weil ich hinter`m Berg halte, was ich gerne freudestrahlend der ganzen Welt mitteilen würde! So dagegen habe ich ihn nicht vor den Kopf gestoßen, falls er an nichts Festem interessiert ist, aber Klarheit habe ich so auch nicht… 😉 Alles vertrackt und verteufelt, oder?

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