Ob ich es…

…wieder machen würde?

Nein!!!

Aber es ist ja erst wenige Wochen her und ich noch… traumatisiert. Wovon??? – Ach sorry, ich klär euch mal auf: Mein Mann und ich entschieden uns für eine recht neue Art der Verhütung und ich liess mir den Kupferperlenball einsetzen. – Bitte? Als nun „ordentliche“ Ehefrau sollte ich mich lieber über einen reichen Kindersegen freuen??? … Hihi. Der war gut. Nein. Nicht mit uns. Da sind wir uns von einig.

Das „Objekt der Begierde“ – in DEM Fall mal nicht MEIN Mann – wurde mir auf Nachfrage nach Alternativen zur Anti-Baby-Pille von meiner Gynäkologin als neue, hormonfreie Verhütungsmethode präsentiert und ich war am Strahlen.

Schluss mit der Pille, die ich schon fast mein ganzes Leben nahm, und deren Gefährlichkeit immer noch unter den Teppich gekehrt wird. Kein OP-Eingriff, wie bei einer Sterilisation. Schutz ohne Risiken. Auf 5 Jahre eingesetzt wirksam. Und obendrein noch in der Summe günstiger, als diese verhasste Pille! – Hey. Ihr kennt mich. Ich als olle Schnäppchenjägerin…

Ja und dann kam der Tag. Der Ball sollte idealerweise am zweiten Tag der Menstruation eingesetzt werden. DEN mit der Ferienplanung der Kinder meiner Frauenärztin in Einklang zu bringen… fast unmöglich. Und so vergingen ein paar Monate, bis MEIN Tag spontan mit den Sprechzeiten passte. Der Ball lag bereits vorbestellt und bezahlt in der Praxis, ich nahm am Abend zuvor noch die bereits erhaltene Tablette zum Entspannen des Muttermundes, als ich mich eines Mittags locker-flockig und „siegessicher“ nach der offiziellen Sprechstunde in die Praxis begab. Ich plante eine halbe/dreiviertel Stunde ein. Nur schnell rein und raus durch die Tür. Auf dem Heimweg noch Lebensmittel einkaufen, fertig.

Wir hatten uns eine Nacht nicht gesehen, ich hatte mich also extra hübsch hergerichtet für mein Männe, die Haare geglättet, ein cooles Outfit aufgetragen… doch was er nach dem ungeplantem Anruf der Schwester in der Praxis in Empfang nahm, war ein Wrack. Barfuss und nur in BH und Slip rannte ich weisswurstbleich, gekrümmt und schmerzverzerrt von Ruheliege zu Toilette und zurück. Ich hatte das Gefühl, zu müssen, aber es kam nichts. Ich wollte mich übergeben, aber ich konnte nicht! Ich fror, ich schwitzte, ich wimmerte. Unterwäsche und Haare klebten mir am Körper. Ich war absolut rastlos, konnte weder sitzen, noch liegen. Weder stehen, noch laufen. Ich wollte nicht sterben, nein, ich sehnte mich einfach nur in mein kuschelig-warmes Bett, mit 1.001 Decke und meiner treu ergebenen Rosa (meine Wärmflasche gegen Migräne) auf dem Bauch, einem Kotz-Eimer neben dem Krankenlager und meinem Mann neben mir, das eiskalt-nasse Händchen haltend…

Wie es dazu kommen konnte? ICH WEISS ES NICHT!!!

Vielleicht bin ich auch nur ein bissl fimschig? – Nee. Ganz sicher NICHT. Lieber gehe ich zum Zahnarzt und lass mir OHNE Betäubung einen Zahn ziehen!!!

Im Vorgespräch kann mal ein „kurzes Ziepen“ gefallen sein, dass ich überhört haben muss. ^^ Wenn ich was will, zieh ich`s durch. Tattoos unter der Haut verewigen schmerzt auch und ich renn da mit ein bissl Zähne zusammen beissen durch. Es traf mich also völlig unvorbereitet und ich muss zugeben, erst im Nachhinein Erfahrungsberichte gegoogelt zu haben, in der Hoffnung, nicht die Einzige in solchem Dilemma gewesen zu sein. Andererseits, hätte ich noch vor dem Eingriff geforscht, hätten mich die Schreckensberichte abgehalten? Nein. Ich hätte wohl eher gedacht: „Pfff, was für Weicheier…“.

Also tut, was ihr nicht lassen könnt, Mädels. Die Vorteile scheinen einzigartig, meine Schmerzen waren leider real. – Ich wand mich auf dem Behandlungsstuhl und schrie, obwohl neben meiner Gynäkologin bereits zwei liebe Schwestern links und rechts meine Hand hielten und zur Entspannung über meinen Bauch streichelten. Erinnert ihr euch noch an die illegale Abtreibung bei „Dirty Dancing„? Sooo kam ich mir vor. Es war nicht nur ein Ziepen (im Nachhinein muss ich schon hysterisch lachen über die Verharmlosung des Marketings), es waren gefühlt Miiiiiiiiiiiinuuuuuuuuuuuuteeeeeeeeeeeen voller Schmerzen, als ob mir ein Staubsauger unerbittlich die Eingeweide herausziehen wollte. Meine Ärztin erkundigte sich besorgt, ob wir den Einsatz abbrechen wollten, doch ich verneinte. Hallo? Der Ball war bezahlt, mein Mann und ich fieberten dem Termin seit Monaten (!) entgegen und ja, ich bin ein Ost-Kind. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Aufgeben war einfach keine Option, obwohl ich`s sooo gern hätte!

Mein Mann holte mich also aus der Praxis heim und versorgte das kleine, unter Krämpfen hin und her wippende und herzzerreissend schluchzende Häufchen Elend mit warmen Woll-Socken an den frostigen Füßen, Decken über Decken, der besagten Rosa, Schmerztabletten, Kräuter-Tee und… Ruhe.

Ich stand knapp zwei Wochen ungewollt nonstop unter Schmerzmitteln und hatte die bösesten Unterleibskrämpfe, die mir je im Leben begegneten. Der Einsatz des Balls war an Tag 4 meiner Blutung und ich musste – was mich an den Rand des Wahnsinns brachte – weitere 10 Tage Blutungen und Slipeinlagen ertragen, weil ich ja keine Tamponaden benutzen durfte. Keine Tamponaden, kein Baden, kein Sex! 14 Tage… ^^

Nach einer Woche stand die Nachkontrolle an. Meine Gynäkologin kürzte die Fäden (wirklich ohne Schmerz) und freute sich ein Loch in den Bauch, sooo schön sitze der Ball. Ich war weniger begeistert, weil die Krämpfe noch immer meinen Alltag bestimmten. 10 Tage, meinte sie. 10 Tage könnten Blutungen und Schmerzen anhalten. Taten sie dann auch, aber ich war nicht ich selbst. Ich konnte mich nicht ohne Schmerzen hinsetzen, hatte nach dem aus der Hocke kommen Sorge, einen Notruf absetzen zu müssen, weil ich mich vor Schmerzen wand (RoMeo war erstmals total verwirrt, küsste mich und versuchte, mir zu helfen) und ich konnte nicht einen Schritt tun, ohne in irgend einer Art und Weise an den Einsatz erinnert zu werden.

Heute geht es mir gut, es scheint überstanden. Aber würde ich es wieder tun? Ich weiss es nicht! – Warten wir einfach die 5 Jahre und das Herausnehmen ab und vielleicht bestehe ich das nächste Mal mi-mi-mi-mädchenmässig auf einer örtlichen Betäubung und gut ist…

4 Gedanken zu „Ob ich es…

    • …krrr. Kannste doch immer noch machen, diese grenzwertige Erfahrung! 😉 Ich hatte, seit ich die Pille vor Monaten absetzte, nur noch 2 x Migräne, seltener kleines Kopping und bin heilfroh, sie nicht mehr nehmen zu müssen. Ich bin ja FÜR Forschung und Neuheiten, nur sollten sie nicht so harmlos dargestellt werden in der ach so heilen Prospekte-Welt. Von meiner Ärztin hätte ich gern zuvor schon das Angebot einer örtlichen Betäubung haben wollen. 🙁

  1. Puh, dein Bericht klingt ja abenteuerlich. Ich habe mir den Ball selbst vor einigen Wochen einsetzen lassen. Ohne entspannendes Mittelchen und ohne Betäubung und es war schlimm! Noch schlimmer sind jedoch nun die Krämpfe und heftigen Blutungen…

    • Hallo Ani. Was bin ich froh, Gleiches von dir zu lesen. Frau zweifelt ja schon selbst an sich und denkt, sie sei ein Mimöschen. Hast meinen Beitrag von Montag gelesen? Hab den Ball letzte Woche entfernen lassen. War die einzige vernünftige Lösung für mich. Leider. Dabei klang alles sooo vielversprechend. 🙁 – Dir alles Gute, Süsse. :-*

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