Gerade (her)aus, aber Zick Zack…

…des Wegs.

Geht nicht? – Geht sehr wohl. In diesen All Star…

Converse x Missoni:

Converse x Missoni_

Nachdem ich sie erwarb, hab ich mich doch tatsächlich gefragt, WIE ich OHNE sie die letzten Jahre leben konnte. 😉

Ich meine, diese Kollaboration besteht seit 2010! Seit 5 Jahren!!! – Und obwohl ich durch einen meiner modeverrückten Ex-Chefs auch genau so lange schon darüber informiert war, gefielen mir die vorherigen nicht so gut, wie diese Kombi hier. Und als ich dann noch in einem meiner liebsten Streetwear-Stores, dem Zebraclub, darüber stolperte, stand fest: So glücklich leicht befusst lief ich schon lang nicht mehr über unser Berliner Pflaster.

Converse x MissoniMal wieder ein Schuh mit einer Sohle, bei dem ich nicht von Stein zu Stein hüpfen muss, um den Absatz zu schonen. 😉

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Ach, was red` ich: Ich liebe unsere Kopfstein- bzw. Grossteinpflaster. <3

Hier mal die kleinere, „gefährlichere“ Version an den Hauswänden:

Kleine Bloecke Grosssteinpflaster an den Hauwaenden des alten Berlin

Denn auch wenn sie Absätze fressen, sie gehören einfach zu mir und zu unserer Stadt, diese Granit-Blöcke in kleiner und großer, mehr oder minder rechteckiger Form. Schon als Kind galt es, BEI MEINEM LEBEN NICHT auf die Fugen zu treten, sondern immer schön auf den Steinen und Platten zu bleiben. 😉

Sogenannte Schweinebaeuche aus der Lausitz und Schlesien im alten Berlin

Wusstet ihr eigentlich, wie diese großen, etwa 1m breiten Granit-Platten aus der Lausitz und Schlesien auch genannt werden? – Schweinebäuche. .. Und warum? … Weil sie auf der nicht sichtbaren Seite der Wampe eines Hängebauchschweins gleichen. Also wie eine kleine Wippe, oben gerade, unten bauchig.

„Die zentnerschwere Platte bohrt sich damit in den sandigen Berliner Untergrund und fixiert sich mit ihrem stattlichen Gewicht selbst.“ (Quelle: Berliner Mieterverein) Und das Beste: Sie sind überdies total ökologisch. Nicht nur, weil sie ringsum eine bessere Regenversickerung gestatten, nein, sie sind auch bewuchsfreundlicher, da atmungsaktiver und für Wurzeln durchdringbar. Zudem ist das Pflaster reparatur- und umbaufreundlicher, sprich nach allen Reparaturarbeiten gleich wieder einsetzbar.

Hey, also wo wir schon mal bei ein bissl Geschichte sind, zitiere ich noch einmal aus den Online-Aufzeichnungen des Berliner Mieterverein:

„Als der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. den ab 1835 einsetzenden Gehwegbau in Berlin bezeichnenderweise mittels der Hundesteuer finanzierte, hatte er allerdings vor allem im Sinn, dass man gerade nicht mehr mit den Augen zu Boden seine Schritte durch die Stadt lenken musste. Das prägende Vorbild für den allgemein einsetzenden Gehwegbau hatte die Weinstube Lutter & Wegner ein paar Jahre zuvor am Gendarmenmarkt geliefert: Vor ihrem Lokal ließen die Inhaber in Privatinitiative schon 1824 große, ebene Platten aus Granit verlegen, damit die Kundschaft sicheren und sauberen Fußes die Lokalität betreten konnte – eine Idee, die den Preußenkönig überzeugte. Als dann im Lauf des Jahrhunderts Straßenpflasterung und Schwemmkanalisation den stinkenden Unrat auf den Straßen beseitigten, entstanden überall komfortable Laufwege, auf denen sich gefahrlos promenieren und flanieren ließ.“

Leider ist der Strassenverkehrslärm auf gepflasterten Strassen um etliches höher als auf asphaltierten, weswegen immer mehr dieser über „Hundertjährigen“ der Moderne weichen müssen. 🙁 – Aber muss denn alles Alte dem Neuen weichen??? Irgendwann wird man auch diesen Schritt bereuen. Ganz sicher. Mögen mich die Berliner Pflaster noch lange erfreuen und mich an meine Kindheit erinnern. 🙂

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