Frauenpornos? Och nö, lass mal…

stecken!

Wie schon meine Golf-Partnerin frotzelte, scheine ich NIE zu schlafen. –  Ist ja auch kein Wunder, wenn nachts die interessantesten Reportagen über den Bildschirm flimmern. 😉

Ehrlich gesagt, ist`s leider genau umgekehrt. Wenn ich nicht einschlafen kann, MUSS ich mich eben beschäftigen. Und da Staubsaugen und Wäsche waschen nach Mitternacht zu Recht meine Nachbarn auf den Plan rufen würde, muss ich eben schreiben. Oder aber zappen. Und bleibe – warum auch immer *grübel* – genau HIER hängen: An den gaaaaanz (s)EXCLUSIVen Reportagen! 😉

Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt als blondes Dummchen zu outen: Erst vor wenigen Wochen erfuhr ich vom Trend zu „Frauen-Pornos„. Moment. Frauen-Pornos? Was`n DAS? Verstanden habe ich: Von Frauen für Frauen. Aber mal ehrlich, was ist an denen nun anders und warum sind die herkömmlichen Filmchen plötzlich nicht mehr befriedigend?

Das schrie nach nächtlicher Recherche. Gleich beim ersten googlen stieß ich auf folgende, offensichtlich ernst gemeinte Frage:

„…würde gerne, mit meinem Mann, mal einen Porno gucken, kann mir da jemand was empfehlen..also nicht so heftig für den Anfang*gg* Und was, was auch Frauen anspricht?“

Meine erste Reaktion: …hähhh???

1. „…mit meinem Mann“. – Die Lady ist also schon mal volljährig und nun frage ich mich doch hoffentlich zu Recht: Gibt`s da draußen echt Menschen, denen in der Pubertät der Spaß verwehrt blieb, Pornos zu entdecken? Kommt nicht jeder – Junge wie Mädel – irgendwie und irgendwann und irgendwo im Freundeskreis oder daheim DAMIT in Berührung? Ich könnte mit meiner jetzigen gewagten Vermutung knapp daneben liegen, ABER: Hätte die Lady mal mit ihrem Mann gesprochen, würde sie sicher aus allen Wolken fallen, wie treffsicher er ihr einen heißen St(r)eifen empfehlen könnte! 😉

2. Aber was bitte meint sie mit „nicht so heftig„? – Verdammt, will sie nun einen Porno? – Soll sie sich doch lieber Sissy ausleihen!

3. „…was auch Frauen anspricht?“ – Jetzt fehlen mir fast die Worte. WAS bitte ist an einem gängigen Porno NICHT ansprechend, um geil zu werden? Wer dabei trocken bleibt, sollte sich mal geschwind beim Arzt durchchecken lassen.

Eine offenbar Gleichgesinnte empfiehlt Porno xy mit der ihr eigenen Film-Kritik:

„…da glaube ich noch am ehesten Freude am Leben, Zuwendung und Zärtlichkeit zu erkennen.“

…ähm, bitte??? Freude am Leben? Zuwendung? Och, wie süß. – Ich bin irritiert, denn wir reden doch noch immer von einem Porno, oder?!?!? 😉

Warum könnten die meisten gängigen Sex-Filme als abstoßend und billig empfunden werden?

Also google ich weiter und finde, mal grob zusammengefasst: …die meisten Pornos seien Schrott, bestehend aus immer demselben Inhalt, wie kopulierende Körper, schlecht geschauspielertes Stöhnen, stumpfes Gerammel, bescheuerte Musik, billige Deko und das typische Frau bedient Mann, Frau lässt sich benutzen und das auch noch aus den unvorteilhaftesten Winkeln gefilmt.

…jetzt mal im Ernst: Es gibt in jedem Genre eine breite Palette von Filmen und Qualitäten. Selbst in Hollywood! Wenige sind top, viele gut und dann gibt`s immer noch die, die hinten ab fallen. Aber auch die Geschmäcker der Empfänger sind verschieden, so what. Haben alle irgendwie ihre Berechtigung. Habt ihr euch schon mal zu, ähm, sorry, ich meinte natürlich „an“ günstiger Deko und unpassender Musik  in einem Porno gestoßen? 😉

Zu meinem großen Erstaunen bejahte eine meiner Freundinnen. Ähnliche Argumente wie oben: Blödsinnige Dialoge, sofortiges zur-Sache-Kommen, furchtbare Musik…

Mir jedoch erschließt sich einfach nicht, wo der Unterschied zu Frauenpornos ist. – Warum fühlen sich manche Frauen unwohl mit den bisherigen Filmen? Drehen Frauen Sex-Erlebnisse tatsächlich anders? Ich muss plötzlich lachen… Führen Frau und Mann in einem von Frauen gedrehten Porno möglicherweise in Teil I zunächst stundenlange, einfühlsame Gespräche, um erst in Teil II zur Sache zu kommen? 😉 Oder werden in Frauen-Pornos nur Models genommen, um – wie in der „Vogue“ – überzogen schöne Körper betrachten zu können? Oder sind die Locations ausschließlich Lofts und idyllisch gelegene Palmenstrände? Ehrlich, würde mir nicht mal auffallen, denn ich suche via Porno ja weder Ferienziel noch Immobilie… 😉

Ein Porno ist ein Porno ist ein Porno!

Darin soll kopuliert werden.

Darin darf zum Anmachen auch falsch gestöhnt werden.

Und darin kann Mann gern schnell zur Sache kommen.

Oder?

Und ob da Frauen „benutzt“ werden, liegt doch im Auge des Betrachters. Hauptsache, beide kommen. Auf ihren Spaß. Im Film wie im Schlafzimmer. Oder eben im Hausflur, in der Praxis, auf der Arbeit oder sonstewo. Und wenn Frau sich unterordnen möchte, ja warum denn nicht? Hat doch auch seinen Reiz

Sollten die Darsteller nun auch noch nicht in`s Beuteschema fallen, mein Tipp: So ein Regal ist unter Garantie länger als jeder Schwanz. Da stehen bestimmt noch attraktivere Kaliber. Für jeden Geschmack was dabei.

Wer nur mit Oscar-reifen Dialogen, Palmenstränden und perfekt inszeniertem und ausgeleuchtetem Sex vor Augen zu kommen vermag, scheint einen wahnsinnig originellen Fetisch oder aber doch ein ernsthaftes Problem zu haben.

Im Übrigen: Ich habe noch keinen Porno gesehen, in dem die Darsteller so potthässlich waren, das ich ausschalten musste. In meinen ersten Sex-Filmen liebte Teresa Orlowski Männer, die als Teenie ganz sicher nicht in mein Männerbild passten. Hatte ich dadurch weniger Spaß beim Zuschauen? Definitiv nö. 🙂

Und Teresa, die sah doch wohl rattenscharf aus. Also schließe ich mal mit einem Zitat von ihr. Könnten doch glatt meine Worte sein:

„Ich weiß, was die Männer sehen wollen, und ich werde sie nicht enttäuschen. Ein Film für Frauen ist langweilig bis zum Gehtnichtmehr. Als Frau hätte ich nichts davon. Ich sage, ich möchte irgendwann einen Schwanz haben. Der Mann sieht, daß ich große Brüste habe, warum darf ich nicht wissen, was er in der Hose hat. Frauen sagen, ach, ich stehe auf breite Schultern. Was habe ich von den Schultern?“  (Teresa Orlowski, 1998)