R.I.P. meine allerliebste Miss Liebreiz!!!

Meine geliebte Zaubermaus,

liebste Baia von Pinscho,

noch am 27.06.2013 feierten wir alle deinen 3. Geburtstag und jetzt weilst du schon nicht mehr unter uns.

http://baerlinerin.com/gebuuuuuuuuurtstag/

Ich habe noch nie an einen Gott geglaubt. Wie auch?

Ich glaube auch nicht mehr an ein Schicksal. Welchen Sinn sollen zu frühe Tode bringen? Das ist doch alles nur ein Schönreden und Trostspenden, das einfach nicht wahr ist.

Du wurdest aus dem Leben gerissen und lehrtest mich, der einzige Sinn im Leben ist, zu lieben.

Du warst ein Sonnenschein für alle, die dich kennenlernen durften.

Du hast geliebt und du wurdest geliebt. Und ich hoffe inständig, du hast DAS gespürt. Bis zum letzten Herzschlag.

ICH habe dich über alles geliebt. Mehr als meine Familie, mehr als meinen Partner und mehr als mich selbst. Und das, meine zuckersüße Knutschmaus, ist nicht nur so dahin gesagt.

Tiere haben die reinsten Seelen auf Erden und dein Tod ist so viel schmerzlicher, als alles, was ich in meinem Leben bisher an Tod und Schmerz erleben musste.

Du warst mein Wunschhund, den ich schon vor der Zeugung bestellte.

Vom ersten bis zum letzten Atemzug einfach nur perfekt für mich.

Und ich bin so unendlich glücklich, dass ich DAS in jeder Minute unserer Zeit zu schätzen wusste.

Ich hatte immer gehofft, dich 10, 12, 15 oder gar 17 Jahre deines Lebens begleiten zu dürfen…

…doch auch nach den „nur“ drei gemeinsamen Jahren – dafür den allerallerschönsten und lustigsten meines Lebens – wirst DU für immer mein Herz besetzen.

Für immer.

Ich liebe dich.

Auch über deinen Tod hinaus.

Und so lange ich lebe!

Deine Elli <3

…und all deine großen und kleinen Freunde, die dich Herzchen nie, nie, nie vergessen werden!

 

Ich hoffe auf ein Wiedersehen, Frollein!!! 😉

 

Miss Liebreiz verstarb gestern.

Mopsfidel.

Im Alter von nur drei Jahren.

Meine Freundin Andrea und Baias Spielkumpel Diego blieben bis zum Abend. Ingo, mein langjaehriger Lebensgefaehrte, mit dem ich Baia vor drei Jahren zu uns heim holte, ist gegen 22.30 Uhr zur Tür raus. Ich habe noch immer unendlich viele Tränen, mir ist auch nach den paar Stunden Schlaf kotzübel, ich rieche an allen Decken und Spielzeugen, mein Kopf zerspringt. Ich bin gestern gestorben!!!!!!!!! – Seit meinem 6. Lebensjahr wünschte ich mir einen Hund. Mit 35 Jahren warf ich alle Vernunft über Bord, trotz Job im Außendienst. Alle meine Kunden kannten Baia, jeder liebte sie. Wir waren auch im Job nahezu 24 Stunden beisammen. Sie war mein Seelenhund! Mein Kind, das ich nie haben werde. Meine Freundin. Mein treuester Gefährte, mit reiner Seele. Drei Jahre, in denen ich täglich immer zu schätzen wusste, dass ich endlich meinen Traum lebte. Ich habe sie für alles geliebt. Alle Liebenswürdigkeiten, jeden Quatsch, jeden Augenaufschlag, jeden Glücksseufzer, jeden Atemzug. Täglich geküsst, mehrmals Ohren, Fell und Pfoten tief eingeatmet.

Alles wurde mir gestern Mittag genommen.

Alles.

Ihr Liebreiz, ihr Grinsen, ihr Schlecken, ihre unendlich große Freude!

Ich bin leer. Möchte nur noch aufhören zu atmen. So schnell wie sie. Sie ist beim kurzen Ballspiel einfach umgekippt. Auf unserer Wiese vor der O2 Arena, auf der sie schon so oft mit Kumpel Chico spielte. Alle viere in die Höhe. Ich dachte erst, sie wälzt sich. Ich war ihr nicht mal boese in dem Moment. Letzter Urlaubstag unserer schönsten drei Wochen. Dann sackten alle vier Pfoten zur Seite. Ich habe geschrien, bin gerannt, habe geschrien, Mund zu Nase beatmet, Touristen halfen, bestimmt 30min.

Alles erinnert an meine Zaubermaus! – Ich bin tot!!!

Sich beim Sterben zuzusehen…

…, klingt doch zunächst total pervers, oder?

Zum Nachdenken gebracht hat`s mich trotzdem. Denn wer kann schon neugierig darauf sein?

Am Sonntag stolperte ich im RTL-Videotext über ein Interview mit Mario Adorf (82). Er wolle sich „beim Sterben im Spiegel zusehen.“ und „…sei neugierig auf seinen eigenen Tod.“ … „Man stirbt ja selten mit klarem Kopf. Aber wenn doch, dann werde ich es mir nicht verkneifen können, mich zu beobachten und dabei zu denken: „Aha, so stirbt man also.““

Hmhhhhhhhhhh. Ok. – Seitdem schwirren mir wieder unzählige Fragen zum Thema Tod im Kopf herum.

Vor dem Tod selbst habe ich definitiv keine Angst. So lange er nicht schmerzhaft ist! – Lediglich den Hinterbliebenen steht eine schwere Zeit der Trauer bevor. Hoffe ich doch! 😉

Unheimlicher als den Tod selbst empfinde ich Vorahnungen oder vorangehende „Zufälle“. Davon könnt ihr sicher auch berichten. – Bei mir gab`s DIE EINE Gänsehaut-Geschichte, bevor meine Großmutter verstarb. Es war Montag und ich hatte zwischen meinen Abi-Kursen Freistunden, die ich wie gewohnt zu Hause verbrachte. Als ich einen kurzen Mittagsschlaf hielt, träumte ich vom Herzinfarkt und Tod meiner Großmutter und wachte völlig aufgelöst auf. Als mein Dad nach Hause kam, berichtete ich ihm von meinem Traum und er erwiderte, ich läge da gar nicht so falsch. Großmutter sei Stunden zuvor in`s Krankenhaus eingeliefert worden. Verdacht auf Herzinfarkt.

Wir konnten uns leider nicht mehr zu Lebzeiten von ihr verabschieden. ;-( Um jedoch Abschied zu nehmen, hatten mein Dad und ich das dringende Bedürfnis, sie noch einmal im Krankenhaus zu besuchen. Doch beim Anblick meiner verstorbenen Großmutter hinter Glas wurde mir urplötzlich klar: Ein Mensch besteht zweifelsohne aus Körper UND Seele. Denn da lag nie und nimmer meine Großmutter vor mir, wie ich sie kannte. Es war ihr Körper, ihre Hülle. Aber die Gesichtszüge? Waren mir vollends fremd, waren seelenlos! – Seitdem gehe ich mit dem Ritus des Einäscherns ganz gelassen um. Während ich zuvor noch hartnäckig daran festhielt, Verwandte müssten „im Ganzen“ beerdigt werden, um den Menschen an sich – so gut es geht – zu erhalten, war`s mir von da an schnurzpiep. Und so halte ich es heute wie mein Großvater mütterlicherseits: Einäschern und hinaus auf die grüne Wiese. Wen man liebt, den trägt man im Herzen! Nichts gegen Friedhöfe und deren Daseinsberechtigung. Ich besuche unheimlich gern Friedhöfe und liebe Gruften und die Stille an diesen Orten. Aber es muss für mein Verständnis keinen Platz in Form eines Grabes „zum Gedenken an“ geben.

Apropos Friedhof. Noch eine Gänsehaut-Geschichte, die mich nicht loslässt. Man sagt, Hunde können Geister sehen. Als ich letztes Jahr erneut unser Familiengrab besuchte, mussten wir nur noch die Friedhofspforte passieren, als Miss Liebreiz sich weigerte, hindurch zu laufen. Nun muss man wissen, dass Miss Liebreiz für gewöhnlich JEDE offene Tür mitnimmt. Jede! Aber die, die wollte sie nicht durchschreiten. Vielleicht lag ihr der Friedhofsgeruch auch einfach nur nicht oder sie nahm etwas anderes wahr, das ihr missfiel. Es kann unzählige Gründe geben. Aber unheimlich war`s damals dennoch.

Zurück zu Gevatter Tod. Ob und was nach dem Tod kommt – kann keiner wissen, weil`s noch nie ein Mensch bewiesenermaßen von der einen in die andere Welt UND wieder zurück schaffte. Es gibt zwar Geschichten, wonach Menschen sich bei der Reanimation auf dem OP-Tisch liegen sahen oder von einem Tunnel mit gleißendem Licht magisch angezogen wurden oder auch die Menschen, die mittels Rückführungen erleben, schon ein- oder mehrmals zuvor gelebt zu haben. Aber Beweise? Die gibt es (leider) noch immer nicht.

Und dennoch vermute auch ich ein Leben nach dem Tod. Wir alle sind Materie. Auch nach unserem Ableben. Und Masse kann nicht plötzlich verschwinden. Ergo entsteht aus uns allen wieder neues Leben. Zugegeben: Ich kann mir jedoch NICHT vorstellen, als Schmetterling wieder geboren zu werden. Ich vermute eher, die menschliche Seele wechselt ausschließlich in eine neue, menschliche Hülle. Und ohne mich jemals lang genug mit dem Buddhismus auseinandergesetzt zu haben, schenke ich ausschließlich der Auffassung meinen Glauben, dass jede Wiederkehr eine nächst höhere Stufe und Prüfung des Lebens darstellt. Woher mein Glaube daran stammt? Ich weiß es einfach nicht. Es ist so ein Gefühl. Vielleicht meine persönliche Art von Glauben, die mir den Sinn des Lebens zu erklären versucht?!?

Doch wie das Sterben an sich aussieht, sich anfühlt? Will Mario Adorf dem wirklich beiwohnen? Interessiert EUCH das oder ist das nur so ein Schauspieler-Ding, weil Schauspieler beruflich bedingt immer und überall versuchen, sich in andere Charaktere und Situationen hineinzuversetzen?

Mein Großvater mütterlicherseits durchlebte das Ableben meiner Großmutter daheim. Er beschrieb es als einen Kampf, bis die Seele los ließ. Klingt nicht nach einer Erfahrung, die ich machen möchte.

Aber warum sollte der Tod auch leichter sein als die Geburt? Das Ableben anders als das Geborenwerden? Immerhin hat der Mensch zwischen Geburt und Tod genug Zeit, sich am Leben zu erfreuen. Da muss er das Verlassen des Körpers vielleicht als eine Art Rechnung für`s Leben begleichen. Oder als Vorauskasse für das, was ihn „drüben“ erwartet?

Möchte ICH aber mein eigenes Ableben bewusst beobachten können? Todsicher: Nein! 😉

Was mir eine gewisse Kraft für dieses Leben gibt, sind der Glauben an ein Leben danach und die vielen Geschichten, die erahnen lassen, dass Kommunikation zwischen „Wesen“ auch auf anderen Ebenen funktionieren kann. Träume, Vorahnungen, Déjà-vus, Telepathie, Geisterbeschwörungen. Zu faszinierend, um nicht doch einen Funken Glauben zu schenken. Oder auch die Leichtigkeit, mit der Mexikaner am „Día de los Muertos“ ihren Toten gedenken und mit ihnen auf deren Gräbern feiern. Diese Unbeschwertheit fehlt uns Europäern in der Erziehung zum Thema Tod.

Fazit: Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber zusehen möchte ich nie. Weder mir noch einem anderen Wesen. Es wird schon etwas Spanndendes auf uns warten. Etwas, das auch wir meistern werden. – Hey, alle vor uns haben`s doch auch geschafft… 😉

P.S. Hier mein Lieblingsbild zum „Tag der Toten“: